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Kulinarische Erzählungen von Fulvio Pierangelini Vol.1

Food & Drink

Jetzt legen wir unsere Pullover zurück in den Schrank. Die Pullover im Blau der Seefahrer, die ich in der Genossenschaft des Fischers von St. Malo gekauft habe.
Ich schaue entzückt auf die letzten Borretschblüten; sie schmecken nach Austern, und ich navigiere in Gedanken durch das Meer der Bretagne, eisiges Wasser spritzt mir ins Gesicht, die Seile des Segels eines sich wütend aufbäumenden Flying Dutchman bringen meine Hände zum Brennen.

Spargelrisotto mit Borretschblüten, heute Abend!

Eine dünn geschnittene Zwiebel, Öl, Spargelstangen, dann der Reis – Vialone Nano. Die Zutaten werden mit einem Holzlöffel verrührt und alles glitzert. Es wird nicht mit Wein abgelöscht und Brühe kommt auch nicht zum Einsatz. Wasser – ich will den unverfälschten, reinen Geschmack.
Jetzt stellen wir uns mit voller Konzentration der Herausforderung. Alle Zutaten werden vermischt, hinzu kommt kochendes Wasser aus kleinen Kellen.

Ein Risotto ist wie ein Mädchen, das dir die kalte Schulter zeigt. Es erfordert Sorgfalt, Beobachtungsgabe, Taktgefühl, geschickte Hände, Aufmerksamkeit, Respekt, freundliche Gesten voller Liebe und Zuneigung. Sobald man es vernachlässigt, verlässt es dich oder es verändert sich; es wird zu etwas anderem, verliert seine Magie und seinen Zauber – genau wie das Risotto.

Wir schneiden die halbgaren Spargelstangen in Streifen und geben sie zum Reis. In ungefähr 18 Minuten ist das Risotto fertig. Wir drehen die Hitze herunter.

Die Entscheidung fällt in den Schlusssekunden: Wir geben einen Spritzer Öl zum Reis, etwas Parmesankäse und dann die rohen Spargelspitzen. Das Risotto wiegt sich im Tanz wie eine Mariinski-Ballerina im wunderschönen Schwanensee-Ballett.

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