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Berlin leuchtet: Birgit Zander, Gründerin des Berliner Festival of Lights

Culture

Jeden Herbst seit 2005 verwandelt sich Berlin in eine Bühne für ein unvergleichliches Spektakel. Nach Sonnenuntergang erwachen historische Plätze, Straßen und Denkmäler zum Leben und vertreiben die Dunkelheit mit faszinierenden, lebendigen Lichtinstallationen. Birgit Zander ist Gründerin, Produzentin und künstlerische Leiterin des Festival of Lights, das jedes Jahr Besucher aus aller Welt anzieht. Wir haben uns nach der ganz besonderen Ausgabe des Festivals dieses Jahr mit Birgit über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Events unterhalten.

 

Wann und wie ist die Idee für das Festival of Lights entstanden?

„Vor mehr als 15 Jahren nahm mein Wunsch, meine Heimatstadt zu unterstützen und voranzubringen, immer mehr Gestalt an. Ich übernahm mehrere Ehrenämter, einige in enger Zusammenarbeit mit der Tourismusförderung visitBerlin, und gemeinsam mit der City Stiftung Berlin fassten wir 2005 dann den Entschluss, unsere Hauptstadt zu erleuchten. Licht ist ein zauberhaftes Medium, mit dem ich im Bereich Event-Management bereits seit vielen Jahren gearbeitet hatte. Ich entschied mich, meinen Beruf und meine Leidenschaft miteinander zu verbinden und die Stadt in eine Bühne zu verwandeln. Die berühmten Plätze, Gebäude und Denkmäler sollten zu leuchtenden Sternen werden. Das Festival of Lights entwickelte sich dann Jahr für Jahr immer mehr zu dem, was es heute ist: ein großes Spektakel aus Licht, Kunst, Musik und Veranstaltungen, das mittlerweile Millionen Menschen auf die Straße bringt und begeistert.“

 

Wie schwierig war es damals, die Pläne Realität werden zu lassen?

„Die Finanzierung war zunächst einmal das größte Problem. Normalerweise haben Events ein Budget und innerhalb des gegebenen Rahmens wird dann eine Produktion geplant. Bei uns war es genau umgekehrt. Es ist und bleibt ein Herzensprojekt für Berlin! Jedes Jahr suchen wir nach Menschen, die unsere Vision teilen, und überzeugen Firmen und Institutionen, das Festival zu unterstützen. Ein Festival dieser Größe jedes Jahr aufs Neue künstlerisch hochwertig zu gestalten, bedeutet eine Menge Arbeit. Wir sind sehr glücklich, dass jedes Jahr so viele Partner und Sponsoren mit dabei sind.“

 

Was wollten Sie mit dem Festival erreichen und wie soll die Zukunft aussehen?

„Wie wollten unsere Hauptstadt verzaubern, ihr eine ganz besondere Dimension verleihen. Jedes Jahr erreichen wir dies durch künstlerische Produktionen auf Häusern und Plätzen, durch aufwendige Projektionen auf Fassaden und durch spektakuläre Videoinstallationen, die Geschichten erzählen und von Themen berichten, die uns am Herzen liegen. Verschiedene Touren und Events runden das Programm ab.

Mein großer Traum ist es, weltweit noch viel mehr Städte zu inszenieren, das Licht weiter um die Welt zu tragen, um weltweit positive und emotionale Momente zu kreieren, die die Menschen zum Träumen anregen.“

 

Wie läuft der Planungsprozess ab?

„Ich wähle normalerweise Orte und Gebäude aus, die ich persönlich mag, die mich inspirieren. Zunächst einmal ist da natürlich der Bebelplatz. Er bietet die perfekte Kulisse für unsere Panoramaproduktionen und mitten drin liegt das wunderschöne, altehrwürdige Hotel de Rome. Für mich ist es eine Freude und eine Ehre, dass ich derart faszinierende Gebäude für unsere Lichtkunst einsetzen darf.“

 

Das Festival of Lights findet nun schon seit über 15 Jahren statt. Gibt es ein Projekt, bei dem Sie noch heute Gänsehaut bekommen?

„Ich habe noch jede einzelne Inszenierung der letzten 15 Jahre im Kopf, doch einige waren tatsächlich besonders. Gänsehaut bekomme ich vor allem, wenn ich an das erste 3D-Videomapping auf dem Brandenburger Tor denke, das den Namen ,Leben im Brandenburger Tor‘ trug. Gemeinsam mit den Berliner Wohnbaugenossenschaften verwandelten wir eines der berühmtesten Gebäude der Welt in ein Wohnhaus – alleine durch den Einsatz von Licht. Das Projekt war äußerst kunstvoll und unglaublich erfolgreich.

Gänsehaut hatte ich auch bei ,Der Dom trägt neue Kleider‘. Dabei hüllte Wolfgang Joop den Berliner Dom in seine verspielteren Kreationen mit Leoparden- und Blumenmustern. Es entstand eine digitale Modeschau, die sogar den Designer und sein Team fasziniert hat.“

 

Dieses Jahr fand das Festival unter ungewöhnlichen Umständen statt. Welche Herausforderungen und Gelegenheiten haben sich daraus ergeben?

„Wir haben das Konzept dieses Jahr abgeändert und eine ,Special Edition’ des Festival of Lights kreiert. Über Monate hinweg haben wir nach Lösungen gesucht, um Menschenansammlungen zu vermeiden und Abstandregeln einzuhalten. Die Größe Berlins hat uns dabei natürlich geholfen. Neben unseren traditionellen Installationen im Stadtzentrum haben wir dieses Jahr auch Außenbezirke miteinbezogen. Wir haben Besucher dabei eingeladen, diese Viertel zu Fuß zu erkunden. Wir haben uns insgesamt auf atmosphärische Lichtbilder konzentriert und lange Shows vermieden. So konnten wir auch eine App für Fans des Festival of Lights kreieren, die nicht vor Ort sein konnten und sich das Spektakel dennoch nicht entgehen lassen wollten.

Wir sind stolz und glücklich, dass auch das 16. Festival of Lights stattfinden konnte. Es war uns wirklich sehr wichtig zu zeigen, dass kulturelle Erfahrungen auch in Zeiten wie diesen möglich sind. Das Motto dieses Jahr lautete ,Together we shine‘, ein leuchtendes Beispiel zur Feier von Zusammenhalt, Einigkeit, Zuversicht und Achtsamkeit, aber auch der Vielfalt und der Lebensfreude Berlins.“

 

Was waren Ihre persönlichen Highlights?

Es war fantastisch, das Schloss Charlottenburg und die gegenüberliegenden Stülerbauten dabei zu haben. Auch die 13 leuchtenden Bahnhöfe, die das Festival of Lights vom Potsdamer Platz bis zur Siegessäule und der Oberbaumbrücke durch die Stadt führten, haben mir sehr gut gefallen. Im Rahmen des Programms erstrahlten auch viele Gebäude in Wohngebieten an einzelnen Abenden als temporäre Kunstwerke. Mein persönliches Highlight ist und bleibt aber der Bebelplatz mit dem Hotel de Rome!“

 

Entdecken Sie die nach Sonnenuntergang erleuchteten Wahrzeichen Berlins das ganze Jahr über oder das Festival of Lights im Herbst 2021 bei einem Aufenthalt im Hotel de Rome. Um Ihr Zimmer oder Ihre Suite im Herzen der Hauptstadt zu buchen, senden Sie eine E-Mail an reservations.derome@roccofortehotels.com.

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