In einer Zeit, in der Schönheit nicht nur geschätzt wurde, sondern jede Facette des alltäglichen Lebens durchdrang – von Treppen mit kunstvoll geschwungenen Linien bis hin zu farbenfroh gemalten Schwertlilien –, versprühte der Stile Liberty, wie der Jugendstil in Italien bezeichnet wurde, einen neuen Optimismus. Die Belle Époque ließ im ausgehenden 19. Jahrhundert in ganz Europa die Grenzen zwischen Kunst und Alltag verschwimmen. Man legte großen Wert auf Handwerkskunst und zelebrierte Eleganz sowie künstlerische Ausdrucksfreiheit. Heute zeichnet die Kulturroute „Von Mucha nach Florenz“ die Spuren dieser Epoche nach – vom Hotel de la Ville in Rom bis zur Villa Igiea in Palermo, zwei unterschiedliche Städte, die dennoch Ausdruck derselben künstlerischen Aufbruchsstimmung sind.
Schon lange bevor die Belle Époque an Bedeutung gewann, zogen Rom und Palermo Reisende an, die auf der Suche nach geistiger Inspiration waren. Aristokraten auf der Grand Tour verweilten in den prachtvollen Stadthäusern Roms, studierten tagsüber Werke von Künstlern wie Caravaggio und Michelangelo und dinierten im Kerzenschein unter kunstvoll verzierten Fresken. Andere reisten weiter nach Sizilien, wo antike Tempel und barocke Paläste eine neue Perspektive eröffneten. Um die Jahrhundertwende machten diese kulturellen Pilger- und Bildungsreisen allmählich Platz für eine genussorientierte Zeit ganz im Zeichen der Belle Époque, einer Epoche, in der man Kunst nicht nur im Museum bewunderte, sondern sie auch ihren Weg in die Architektur, die Salons und das gesellschaftliche Leben fand.
In Rom zeigt sich der Stile Liberty von seiner spielerischen, bisweilen exzentrischen Seite und fügt sich harmonisch in die historische Bausubstanz ein, anstatt mit dieser zu konkurrieren. Am besten erleben Sie den italienischen Jugendstil bei einem geführten Spaziergang, den wir in Zusammenarbeit mit The Maptique entwickelt haben. Sie beginnen den Tag in der reich verzierten Galleria Sciarra, deren Fresken bürgerliche Tugenden und die gesellschaftliche Funktion der Frau zur damaligen Zeit in Szene setzen. Anschließend besuchen Sie die fantasievolle Casina delle Civette und das märchenhafte Quartiere Coppedè, wo Bögen, filigrane Schmiedearbeiten und Mosaike Sie in eine Parallelwelt eintauchen lassen. Wer genauer hinsieht, entdeckt noch viel mehr, zum Beispiel die Fassaden mit floralen Motiven des Villino Cagiati oder das architektonische Juwel Villino Ximenes, das einst als Wohnhaus und Atelier des Bildhauers Ettore Ximenes diente.
Am Nachmittag besuchen Sie im Palazzo Bonaparte die lang ersehnte Ausstellung „Alphonse Mucha. Ein Triumph der Schönheit und der Verführung“. Sie vereint den poetischen Geist und die geschwungenen Linien der Belle Époque, die Muchas visuelle Sprache und damit auch den Jugendstil in ganz Europa beeinflussten. Es ist eine seltene Gelegenheit, Muchas wegweisende Werke zu bewundern.
Zurück im Hotel stoßen Sie auf der Terrasse der Bar Cielo mit einem Von Rom nach Palermo-Cocktail von unserer neuen Karte an, die dem italienischen Jugendstil gewidmet ist. Der Name verrät es bereits, wohin Ihre Entdeckungsreise Sie als Nächstes führt.
Reisen Sie nach Palermo, wo sich der Stile Liberty ausdrucksstark und mutig zeigte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nutzten viele Städte den Jugendstil, um sich als modern zu präsentieren – Palermo ging dabei mit gutem Beispiel voran. Unter der Leitung des Architekten Ernesto Basile und mit Unterstützung der einflussreichen Familie Florio erhielt die Bewegung eine deutlich sizilianische Prägung, die von Gesellschaft, Industrie und der Lage am Meer beeinflusst war.
Ein kuratierter Rundgang, der in Zusammenarbeit mit Essence of Sicily entwickelt wurde, führt durch diese Welt: das Villino Florio, der Stadtsitz der Familie, die Villa Malfitano, ein zentraler Treffpunkt des Belle-Époque-Kreises, das Teatro Massimo, das von Basiles Vater entworfen und von Basile selbst mit Unterstützung führender Mäzene der Stadt – darunter die Florios – vollendet wurde sowie das Villino Quattro Pizzi, das im Zuge der Stadterweiterung direkt am Meer erbaut wurde.
Seinen Höhepunkt erreicht der Rundgang in der Villa Igiea, die einst von der Familie Florio in Auftrag gegeben und später von Basile neu gestaltet wurde. Mittelpunkt des Hauses ist die Sala Basile (auch Sala degli Specchi genannt), deren Fresken von Ettore De Maria Bergler stammen und bei denen die Grenzen zwischen Figuren und Blumen nahezu verschwimmen. Die geschnitzten Holzverzierungen greifen diese geschwungenen Linien auf: Die Bögen und Rahmen winden sich in Zweigen und Ästen, sodass der Eindruck entsteht, Kunst und Architektur würden dieselben Wurzeln haben. Hier, in diesem historischen Saal, der schon zu Zeiten der Belle Époque ein beliebter Treffpunkt war, können Gäste einen Afternoon Tea in besonderer Atmosphäre erleben. Und wer noch tiefer in die damalige Zeit eintauchen möchte, kann in der stilvollen Donna Franca Suite übernachten, die nach Palermos Königin der Belle Époque benannt wurde.
Wenn Sie sich auf die Spuren der Belle Époque zwischen Rom und Palermo begeben möchten, wenden Sie sich gerne per E-Mail an das Concierge-Team des Hotel de la Ville oder der Villa Igiea. Sie organisieren die private Tour gerne für Sie.
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