Ein Sommertag in Brüssel beginnt idealerweise zu Fuß – beim Erkunden des sommerlichen Rhythmus einer Stadt im Wandel der Jahreszeiten. Frühmorgens beleben Blumenverkäufer den Place du Grand-Sablon, später erklingen in den Parks Open-Air-Konzerte, und im Schatten der Bäume wird eine Runde Boules gespielt. Mitten im Zentrum, in unmittelbarer Nähe zur Grand-Place, befindet sich Hotel Amigo – der perfekte Ausgangspunkt für jede Entdeckungstour.
Doch heute – und nur für wenige Sommerwochen – führt unser Weg in den Königlichen Palast, dessen vergoldete Tore den Großteil des Jahres für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben. Doch vom Belgischen Nationalfeiertag am 21. Juli bis Anfang September heißen sie Besucher willkommen, eine Tradition, die seit 1965 besteht. Es ist die Geste einer Monarchie, die ihren Glanz mit Zurückhaltung lebt und dadurch nahbarer wirkt als die große Inszenierung vieler anderer europäischer Höfe.
Beim Verlassen des Hotels verabschieden Sie die Portiers in Hüten von Fabienne Delvigne, der Modistin von Königin Mathilde und seit 2001 offizielle Hoflieferantin Belgiens. Es ist eine subtile Anspielung auf jenes Brüssel, das von Kunstfertigkeit lebt – einer Stadt, in der königliche Schirmherrschaft seit Generationen Werkstätten, Ateliers und Traditionshäuser bewahrt.
Auch das Hotel selbst blickt auf eine königliche Geschichte zurück. 1957 von der belgischen Unternehmerdynastie Blaton erbaut, diente es ursprünglich dazu, royale Gäste zur Weltausstellung 1958 zu empfangen. Als das Haus vor einem Vierteljahrhundert in die Hände der Familie Forte überging, wurde eine traditionsreiche Gastgebergeschichte an die nächste weitergegeben – und genau diese aufrichtige Herzlichkeit prägt das Hotel bis heute. Sir Rocco Forte liegt das Erbe der Blatons besonders am Herzen: von Originalwerken aus ihrer Privatsammlung bis hin zur exklusiven Blaton Suite im obersten Stockwerk mit privater Terrasse und Blick auf das gotische Rathaus.
Ihr Morgenspaziergang führt durch den üppig grünen Parc de Bruxelles und vielleicht erhaschen Sie einen flüchtigen Blick auf ein Mitglied der königlichen Familie, das mit dem Fahrrad in die Stadt fährt. Denn der Königliche Palast ist kein privater Wohnsitz, sondern ein Ort des offiziellen Lebens: Die Familie lebt in Laeken, während der König jeden Morgen ins Zentrum pendelt. Im Sommer öffnen sich die repräsentativen Räume für Besucher – vom Thronsaal mit seinen Reliefs von Auguste Rodin über den berühmten Spiegelsaal, dessen Decke der belgische Künstler Jan Fabre mit den schillernden Flügeldecken von fast 1,5 Millionen Juwelkäfern gestaltete, bis hin zur majestätischen Marmortreppe von Alphonse Balat für König Leopold II. Jeder Raum erzählt von den Kunsthandwerkern und Kreativen, die die Krone über Jahrhunderte hinweg gefördert hat.
Balats ambitioniertestes Werk für König Leopold II. liegt nur wenige Kilometer nördlich der Stadt: die Königlichen Gewächshäuser von Laeken – ein Ausflug, der sich unbedingt lohnt. Ab 1873 entstanden hier über drei Jahrzehnte hinweg filigrane Konstruktionen aus Eisen und Glas: eine faszinierende Abfolge aus Kuppelpavillons und lichtdurchfluteten Galerien, eingebettet in den königlichen Park wie eine eigene gläserne Stadt. Für etwa drei Wochen im Frühjahr öffnet diese außergewöhnliche Anlage ihre Türen und gewährt Einblicke in eines der visionärsten Architekturprojekte Europas. Zugleich legte sie den Grundstein für den Jugendstil, dessen prägende Formensprache Balats Schüler Victor Horta später weltweit bekannt machte.
Im Herzen der Stadt zeigt sich die königliche Förderung Belgiens sowohl in eleganten Boutiquen als auch in repräsentativen Salons. Ein Spaziergang durch die Galeries Royales Saint-Hubert, 1847 unter König Leopold I. als eine der ersten überdachten Arkaden Europas eröffnet, führt vorbei an historischen Schaufenstern und dem Duft edler Schokolade. Neuhaus, ein königlicher Hoflieferant, ist hier seit 1857 ansässig und genau an diesem Ort erfand Jean Neuhaus Jr. 1912 die berühmte belgische Praline. Nur wenige Straßen entfernt steht Delvaux, das älteste Luxuslederhaus der Welt, das seit 1883 den Belgischen Hof beliefert – eine Partnerschaft, die nun bereits seit drei Jahrhunderten besteht. So zeigt sich in Brüssel noch heute, wie eng Handwerk, Geschichte und königliche Förderung miteinander verwoben sind.
Das ist der Sommer in Brüssel: eine Stadt, in der königliche Tradition durch Schokoladengeschäfte, Hutateliers und Lederwerkstätten weiterlebt, die seit Generationen bestehen. Erkunden Sie all das vom Hotel Amigo aus – einer stilvollen Adresse mitten im Zentrum des Geschehens.
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