Europas eindrucksvollste Opernerlebnisse unter freiem Himmel
Die Oper entstand im Italien des späten 16. Jahrhunderts als Neuinterpretation des antiken griechischen Dramas. Von Beginn an war sie eine Kunstform für alle Sinne, die Musik, Sprache, Inszenierung und Spektakel zu einem einzigen Erlebnis vereinte. Freiluftaufführungen sind fast ebenso lange Teil dieser Tradition – von den Höfen und Gärten der Renaissance in Europa bis zu den Festivals, die heute den europäischen Sommer prägen.
Wenn Oper unter freiem Himmel aufgeführt wird, nimmt sie die Atmosphäre ihrer Umgebung auf und passt sich ihr an, sodass kein Abend dem anderen gleicht und jeder einen einzigartigen Moment festhält. Diese drei Open-Air-Festivals in London, Rom und Florenz sind eine Sommerreise wert.
Glyndebourne Festival, Sussex
Seit 1832 bietet das Brown's Hotel seinen Gästen ein Refugium im Zentrum des Londoner Gesellschaftskalenders. Es ist eine Adresse in Mayfair, bei der die legendäre Estival Season seit langem zur Tradition gehört. Zwischen Mai und August verwandelt sich die Stadt in eine Bühne für Gartenfeste, Renntage und elegante Kulturabende, wobei das Glyndebourne Festival zu den exklusivsten Höhepunkten der Season gehört. Dieses, nur eine Stunde von Brown’s Hotel entfernt gelegene, typisch britische Ritual findet im ländlichen Sussex statt und ist sowohl ein gesellschaftliches Ereignis als auch ein kultureller Höhepunkt.
Das von einer Liebesgeschichte inspirierte Festival wurde 1934 gegründet, nachdem John Christie die Sopranistin Audrey Mildmay kennengelernt hatte und beschloss, ihr ein Opernhaus zu bauen. In diesem Jahr kehrt es vom 21. Mai bis 30. August zurück und behauptet weiterhin seinen Status als Saisonhöhepunkt. Black Tie für Herren und elegante Abendgarderobe für Damen unterstreichen das festliche Ambiente, während das traditionelle Picknick in der langen Pause eine geschätzte und gelebte Tradition ist.
Von der Leichtigkeit und dem Witz in Rossinis Il turco in Italia bis zur dramatischen Intensität von Puccinis tragischem Thriller Tosca gewinnt jede Inszenierung durch ihre natürliche Umgebung an Atmosphäre – eine sanfte Brise, Vogelgesang oder das leise Rascheln der Blätter.
Opernabende im Circus Maximus
In Rom haben Opernabende unter freiem Himmel etwas nahezu Filmisches. Die Aufführungen hier zu erleben, fühlt sich an, als würde man direkt in die Geschichte eintauchen.
In diesem Jahr verlegt das Teatro dell’Opera di Roma vom 29. Juni bis 31. Juli seine Spielstätte in den Circus Maximus, das erste und größte Stadion des antiken Rom aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Während im Kolosseum Gladiatorenkämpfe stattfanden, wurde der Circus Maximus für Wagenrennen geschaffen und man spürt noch heute die Energie der Menschenmassen von damals.
Rund zweitausend Jahre später beherbergt das Stadion eine andere Art von Spektakel. Vor der Kulisse antiker Steinstrukturen zelebriert es Kontraste und die Schönheit des Verfalls – ein Charme, der die Zeit überdauert hat.
In einem Ambiente, in dem Geschichte jede Note intensiviert, erleben Sie The Gladiator in Concert (3.–4. Juli), aufgeführt vom Orchester und Chor des Teatro dell’Opera di Roma mit Live-Interpretation der Musik von Hans Zimmer und Lisa Gerrard. Oder besuchen Sie die herausragende Festivalproduktion Aida (12.–28. Juli), inszeniert von Daniele Finzi Pasca.
Den Abend lassen Sie dann mit einem Drink in der Stravinskij Bar ausklingen, der eleganten Bar des Hotel de Russie, die nach dem gefeierten Komponisten Igor Strawinsky benannt ist.
Puccini Festival, Toskana
Es liegt eine gewisse Romantik in der sommerlichen Fahrt von Florenz in den Westen, wenn die Stadt langsam in die sanften Hügel der Toskana übergeht und die Straße schließlich die Küste erreicht. Wenn Sie am späten Nachmittag vom Hotel Savoy aus aufbrechen, erreichen Sie Torre del Lago am frühen Abend – rechtzeitig zum Puccini Festival am Ufer des Massaciuccoli-Sees.
Wenn das Licht über dem Wasser spielt und die graublauen Farbtöne in die Dämmerung übergehen, wird die Musik sanft über den See getragen – ein kontemplativer Klang, der untrennbar mit der Landschaft verbunden ist, die er einst inspiriert hat.
Giacomo Puccini lebte und komponierte hier drei Jahrzehnte lang, zwischen 1891 und 1921, und ließ sich von der Stille des Sees und seiner Umgebung inspirieren. La Bohème, Tosca und Madame Butterfly entstanden in diesem ruhigen Winkel der Toskana – und alle drei kehren in der 72. Ausgabe des Festivals zurück, das vom 17. Juli bis 5. September stattfindet. Wenn man diese Werke dort hört, wo sie komponiert wurden, ist man ihnen auf besondere Weise nahe.
Nur wenige Sommerabende sind so unvergesslich wie jene unter freiem Himmel, wenn die Oper Sie in die Nacht hinein begleitet. Buchen Sie Ihren Aufenthalt und beginnen Sie hier mit der Planung.
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