89/90: Christian Schulz über seine Fotografien des Mauerfalls

Christian Schulz lebt seit 1981 in der deutschen Hauptstadt. Durch seine Linse hat der angesehene Fotograf nicht nur einige der aufregendsten politischen Momente der Stadt festgehalten, sondern auch alltägliche Szenen aus dem Leben der Bewohner. Zum Anlass des 30. Jahrestages des Mauerfalls wurde seine Ausstellung 89/90 vom 2. bis zum 8. Oktober 2019 im Hotel de Rome gezeigt, um Gästen einen einzigartigen Einblick in diesen bedeutenden Moment der Geschichte der Stadt zu eröffnen. Wir haben uns mit Christian Schulz unterhalten, um mehr über den Mann hinter der Kamera zu erfahren.

Erzählen Sie uns etwas über Ihre Anfänge als Fotograf ...

„Zunächst war ich ein Autodidakt. 1980 begann ich in meiner kleinen Stadt im Westen Deutschlands Fotos zu machen. 1981 zog ich dann nach Westberlin, da ich die Wehrpflicht umgehen wollte. Zahlreiche Menschen aus Westdeutschland und allen Teilen der Welt kamen damals aus ähnlichen, nicht kommerziellen Gründen in die Stadt: Sie fanden dort billige Unterkünfte und die Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken. Ich persönliche entdeckte Anfang der 80er all die neuen Einflüsse von den verschiedensten Kunstformen.“

Wann wurden innere Unruhen erstmals öffentlich sichtbar? Und haben Sie sich jemals mit Ihrer Kamera in der Hand bedroht gefühlt?

„Mitte der 80er zeigte sich die Unzufriedenheit erstmals öffentlich. Beim Fotografieren hatte ich aber nur Probleme, wenn ich gewalttätige Konfrontationen festhalten wollte.“

Können Sie uns mehr über die im Hotel de Rome unter dem Titel 89/90 ausgestellten Fotos berichten und erklären, wie Sie diese ausgewählt haben?

„Unser Ziel war es, die Geschichte des Mauerfalls zu erzählen, von der Zeit davor bis zur Zeit danach. Eines meiner Lieblingsbilder der Ausstellung ist Mutter mit Kind bzw. Madonna mit Kind. Das Foto erinnert an ein altes Gemälde aus dem 15. Jahrhundert. Das Motiv der Madonna mit Kind war ein wichtiges Thema der Kunst in der Renaissance, ebenso wie die Entdeckung der Perspektive. So wird mein Foto zu einem Verweis auf die Kunstgeschichte.“

Um Ihren Aufenthalt im Hotel de Rome zu buchen, senden Sie eine E-Mail an reservations.derome@roccofortehotels.com oder wählen Sie +49 30 460 60 90.


You may also like

Küstenmodernismus im sizilianischen Stil: Neue Suiten im Verdura Resort

Das Verdura Resort wurde schon immer von seiner Umgebung geprägt – die weite Südwestküste Siziliens, Olivenhaine und mediterrane Macchia, die sich im Spiel des sich in der Sonne stündlich wandelnden Lichts entlang der Küste erstrecken. Bei der Gestaltung der neuen, zum Meer ausgerichteten Suiten und Zimmer setzten Paolo Moschino und Philip Vergeylen gemeinsam mit Olga Polizzi von Beginn an auf das Zusammenspiel von Innenraum und Umgebung.

Auf den Spuren barocker Opulenz in Süditalien

Um den Barock zu verstehen, muss man seinen Anspruch begreifen. Und um ihn wirklich zu erleben, muss man nach Süditalien reisen. Diese im Zuge der Gegenreformation im frühen 17. Jahrhundert entstandene Stilrichtung vereint Dramatik, Detailreichtum und Licht im Dienst der Hingabe, denn es ist eine Ausdrucksform, die die Sinne ebenso anspricht wie den Geist.

Die Sprache der Blumen: In unseren Suiten

Jede Suite spiegelt den Ort wider, an dem sie sich befindet. Sie ist geprägt von seiner Geschichte, den dazugehörigen Geschichten und seinem unverwechselbaren Licht. In Rom trägt die Valadier Suite im Hotel de Russie den Namen des Architekten des Secret Garden des Hotels und spiegelt dessen opulente Farbwelt wider; in Brüssel erinnert die Tintin Suite im Hotel Amigo an eine der beliebtesten Figuren der belgischen Kultur. Auch die floralen Konzepte orientieren sich an dieser Idee.