In Italien schließt der Herbst ein Kapitel ab und schlägt zugleich ein neues auf. Wenn der Sommer langsam weicht, wechselt das Land in einen anderen Rhythmus: Das Vertraute bleibt, und doch sind überall unverkennbare Veränderungen spürbar. Jetzt ist die Zeit, um die Fülle der Natur bewusst wahrzunehmen und gleichzeitig selbst einen Gang zurückzuschalten. Der Himmel ist tiefblau, das Sonnenlicht sanfter und die Abende bringen bereits eine kühle Brise mit sich.
Unser Weg gleicht einer karmesinroten Annurca, die sich durch Italiens Landschaften schlängelt – von Florenz nach Rom und weiter bis nach Apulien und Sizilien. Begeben wir uns auf die Spuren Pomonas, der römischen Göttin der Früchte, der Obstgärten und reichen Ernte. Wer Italien bereits kennt, wird es als befreiend empfinden, sich von ihr leiten zu lassen. Eine weisere Begleiterin könnte man sich wohl kaum wünschen.
Der Beginn einer besonderen Reise
Ein Herbstabenteuer beginnt am besten mit einem Festmahl. Die Reise startet in der Toskana, wo Pomona ihre Gaben mit besonderer Großzügigkeit verteilt. Sie reichen vom höchsten Olivenzweig bis zu jenen magischen Flecken Erde, an denen weiße Trüffel gedeihen.
Hier ist beim Kochen Fingerspitzengefühl gefragt. Die Schätze der Ernte besitzen eine beinahe überirdische Kraft und wollen behutsam verfeinert und gebührend gewürdigt werden. Vom Hotel Savoy aus führt Sie der Trüffelexperte Giulio gemeinsam mit seinen treuen Lagotto-Hunden dem Duft der Saison folgend durch die toskanische Landschaft, bevor Sie bei ihm zu Hause ein von Trüffeln inspiriertes Mittagessen erwartet. In Florenz setzt sich das aromatische Reisethema fort: mit einem Truffle Negroni in der Bar Artemisia, gefolgt von einem Dinner im Irene, wo weißer Trüffel jedem Gericht sein erdig-elegantes Aroma verleiht – überraschenderweise sogar dem Dessert. Wer seine Leidenschaft weiter vertiefen möchte, kann dies auf einem Weingut oder bei einem Trüffelfestival wie der Internationalen Messe für Weiße Trüffel in Alba gemeinsam mit anderen Genießern und passionierten Sammlern tun.
Wo die Zeit im Herbst stillsteht
Pomonas nächster Schritt führt uns weiter nach Süden, wo wir den Herbst in der Hauptstadt feiern. In Rom setzt das klare, exquisite Licht der Jahreszeit die Schatten der Jahrtausende alten Bauwerke eindrucksvoll in Szene, während das fallende Laub die Villa Borghese so zauberhaft dekoriert, dass man diesen Anblick kaum stören möchte. Die Ewige Stadt zeigt sich zu dieser Jahreszeit in einer Vollkommenheit, die sich kaum in Worte fassen lässt.
Doch Pomonas Welt endet nicht an den antiken Mauern Roms. Begleiten Sie sie in die sanften Hügel von Frascati, wo die traditionelle römische Scampagnata – die zeitlose Flucht aufs Land – auf dem Weingut Santa Benedetta zu einer genussvollen Feier der Ernte wird. Zwischen Weinbergen und uralten Olivenhainen bereiten die Gäste des Hotel de Russie aus den saisonalen Erzeugnissen des Guts eigene Gerichte zu, bevor sie sich zu einem entspannten Mittagessen niederlassen, begleitet von den hauseigenen Weinen und Olivenölen.
Bleiben Sie al fresco und genießen Sie die Magie der Jahreszeit bei einem Aperitivo oder Dinner im üppig begrünten Secret Garden des Hotels. Oder erleben Sie den römischen Herbst aus einer anderen Perspektive: An der Cielo Bar des Hotel de la Ville, einem wahren Refugium über den Dächern der Stadt, von dem aus sich ihr Übergang in warme, bernsteinfarbene Herbsttöne eindrucksvoll verfolgen lässt.
Ein letzter Hauch von Wärme
Wir lassen Roms herbstliche Pracht hinter uns und folgen Pomona immer weiter gen Süden, nach Sizilien und Apulien. Mit der wärmeren Luft wandelt sich auch ihr Stil. Der Pullover über den Schultern bleibt eine Option, während das Meer noch immer die Wärme des Sommers bewahrt und zum Baden verführt. Bei der Masseria Torre Maizza folgen wir den letzten Sonnenstrahlen der Saison bis an die Adria, zum Lido Bambù Beach Club, wo ein subtiler Wandel der Blautöne dem Wasser eine ganz besondere Tiefe verleiht.
In der Masseria wird der Herbst mit allen Sinnen erlebbar. Die jahrhundertealten Olivenhaine rund um das Anwesen warten auf ihre Ernte. Innerhalb weniger Stunden nach dem Pflücken werden die Oliven kalt gepresst und zu einem kostbaren, pfeffrig-würzigen Extra Vergine Olivenöl veredelt. Die Verbundenheit mit dem Land reicht bis in den nahe gelegenen Parco Dune Costiere. An der Seite eines erfahrenen Botanikers erkunden die Gäste das Itria-Tal, entdecken seine außergewöhnliche Artenvielfalt sowie die überlieferten Prinzipien regenerativer Landwirtschaft und sammeln dabei wilde, aromatische Kräuter. Zurück im Hotel werden diese bei Bougainvillea zu individuellen Kräuterinfusionen verarbeitet – in der ehemaligen Scheune der alten Masseria, wo der namensgebende Strauch dem Ende eines weiteren glanzvollen Jahres entgegenblickt. Darauf stoßen wir an.
Unser letzter Abstecher führt uns in Italiens äußersten Südwesten und nach Sizilien. Wer Italiens urbanen Herbst noch einmal erleben möchte, findet in Palermo eine ganz andere Facette als in Rom. In unserem Belle-Époque-Palazzo Villa Igiea ziehen sich die in Herbstfarben getauchten Gärten hinab bis zum Golf von Palermo. Mit den kürzer werdenden Abenden beginnt die Saison für Palermo Noir: eine geheimnisvolle Tour führt durch die historischen Viertel der Stadt und ihre düstereren Legenden, von rätselhaften Erscheinungen bis zu jahrhundertealten Geheimnissen. Nach so viel Spuk lockt die wohltuende Ruhe des Hotels, wo die saisonalen Schätze des Meeres – rote Garnelen, Schwertfisch und Lampuga – Sie bei Alicetta erwarten.
Der Herbst entfaltet sich in Italien ganz allmählich, in einem Tempo, das den Genuss noch intensiver macht. Folgen Sie seinem Rhythmus und nehmen Sie sich Zeit, die Jahreszeit von den Rocco Forte Hotels aus zu entdecken. Kommen Sie, solange die Saison noch golden schimmert, denn, wie der Dichter Robert Frost einst schrieb: Nichts Goldenes bleibt.
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