Mit dem Hüter der Schlüssel im Vatikan

Rocco Forte Hotels

Es ist 5:30 Uhr in der Vatikanstadt. Die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen. Doch Gianni Crea ist schon wach. Seit sechs Jahren steht er jeden Tag um diese Zeit auf. Er hat viel vor. Es gibt sehr viele Türen aufzuschließen.

Gianni Crea, Oberster Clavigero

Gianni Crea ist oberster Schlüsselwart im Vatikan. Jeder Tag beginnt für ihn und sein Team in einem gesicherten Raum, in dem 2.797 Schlüssel aufbewahrt werden. Und dann ist es ihre Aufgabe, 300 Türen (und viele, viele Fenster mehr) zu öffnen. Dabei folgen sie einer 7,4 Kilometer langen Route durch die Vatikanischen Museen.

Jetzt haben sie dabei Begleitung: Das Hotel de la Ville hat sich mit Crea und seinem Team zusammengetan, um den Gästen des Hotels die exklusive Möglichkeit zu geben, die Hüter der Schlüssel bei ihrer Arbeit zu begleiten. Natürlich bedeutet das, dass auch Sie früh aufstehen müssen, doch dieser einzigartige Rundgang ist es wert. Verfolgen Sie, wie die ersten Sonnenstrahlen die beeindruckende Laokoon-Gruppe in warmes Licht tauchen. Bewundern Sie Michelangelos atemberaubende Fresken in der Sixtinischen Kapelle in vollkommener Stille.

Die Geschichte der Clavigeri

Auf dem Wappen der Vatikanstadt sind zwei Schlüssel abgebildet. Schlüssel galten einst als Symbol von Macht und Autorität, und die Clavigeri hatten die Aufgabe, die Schlüssel der Stadt Rom zu hüten – ein Ausdruck der Autorität des Papstes über die Stadt. Mit der Zeit hat sich die Rolle der Clavigeri geändert. Heute wachen sie über die Schlüssel des Vatikans.

Begleiten Sie Crea dabei, wie er eine Tradition fortsetzt, die schon 16. Jahrhundert in Rom begann. Er gehört einer zwölfköpfigen Priestergruppe an, die erstmalig von Papst Pius V. zusammengestellt wurde – die Clavigeri. Damals waren sie nicht nur dafür zuständig, die Schlüssel des Vatikans zu hüten und den Papst bei seinen Amtspflichten zu unterstützen, sondern auch dafür, die Archive des Vatikans zu betreuen und die Geschichte der katholischen Kirche festzuhalten.

Heutzutage lässt sich die Arbeit eines Clavigero etwas nüchterner beschreiben. Bescheiden vergleicht Crea seine Arbeit mit der eines Museumspförtners. Doch durch ihn lebt die symbolische Bedeutung der Schlüssel weiter.

 

Die Schönheit des Glaubens

Obwohl er selbst gläubiger Katholik ist, sieht er die Vatikanischen Museen als wichtigen Ort, um die Freuden des Heiligen Geistes mit Menschen aller Glaubensrichtungen sowie auch Nichtgläubigen zu teilen. Wer seinen Fuß in den Vatikan setzt, wird wissen, welche Bedeutung die Kirche der Schönheit beimisst. Im Jahr 2015 veröffentlichte Papst Franziskus ein Buch mit dem Titel La mia idea di arte (übersetzt: Meine Vorstellung von Kunst). Es thematisiert die Bedeutung der Kunst, wenn es darum geht, Menschen in die Kirche zu holen.

„Die Vatikanischen Museen müssen immer mehr ein Ort des Schönen und des Willkommens sein. Sie müssen sich neuen Formen der Kunst öffnen”, heißt es darin. Indem die Museen Menschen aus aller Welt offenstehen, können sie „den Dialog zwischen Kulturen und Religionen fördern sowie ein Instrument des Friedens sein.“

Ein unvergesslicher Morgen

Bei Ihrem Rundgang an der Seite Creas, vorbei an ägyptischen Relikten, Giottos Meisterwerken und Vincent van Goghs Pietà, erleben Sie die Kunst auf nie zuvor erlebte Weise. Sie werden dabei auch feststellen, wie viele Menschen täglich am reibungslosen Betrieb der Vatikanstadt beteiligt sind. Rund 200 Experten sind alleine im sogenannten Restaurationslabor damit beschäftigt, die Artefakte in gutem Zustand zu halten.

Der Rundgang ist ein Erlebnis, das Sie nie vergessen werden. Viele Menschen sind beim Anblick der Sixtinischen Kapelle sprachlos. Doch der Moment ist noch eindrücklicher, wenn Sie dort stehen, ganz alleine, während die Sonne langsam über der Stadt aufgeht. „Etwas ganz Besonderes“, so Alexandra Sard, Head Concierge im Hotel De La Ville, „war für mich der Morgentau auf dem Gras des Pinienhofes innerhalb des Vatikans. Und dazu die Stille.“

 

Zurück im Hotel de la Ville können Sie diese einzigartige Erfahrung beim Frühstück noch einmal Revue passieren lassen. Alexandra fasst es zusammen: „Die Vatikanischen Museen in der Morgendämmerung sehen zu dürfen, ist ein unvergessliches Erlebnis.“ Wenn Sie mehr über die morgendliche Tour mit den Clavigero wissen möchten, kontaktieren Sie Alexandra und ihr Concierge-Team per E-Mail an concierge.delaville@roccofortehotels.com oder telefonisch unter +39 06 977931.


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